Wer eine mehrjährige Bambushecke im Garten hat, kennt das Problem: Nach ein paar Jahren zeigen sich hier und da kahle Stellen, dünne Abschnitte oder Lücken, die den Sichtschutz ruinieren. Die gute Nachricht? Der August ist ein ausgezeichneter Zeitpunkt, um genau das zu korrigieren. Eine Bambushecke im August nachzupflanzen funktioniert erstaunlich gut, solange man ein paar wichtige Dinge beachtet. Bei Bambus Pflanzen Kaufen erleben wir jedes Jahr, dass viele Gartenbesitzer erst im Spätsommer merken, wie lückenhaft ihre Hecke geworden ist. Dann entsteht plötzlich Handlungsbedarf. Und das ist völlig in Ordnung, denn der Sommer bietet noch genug Wachstumszeit, damit neue Pflanzen vor dem Winter gut anwurzeln können. In diesem Leitfaden erkläre ich, wie die Nachpflanzung gelingt, welche Abstände sinnvoll sind und welche Sorten sich am besten eignen.

Warum der August ideal ist, um eine lückenhafte Bambushecke zu verdichten
Viele Gartenbesitzer fragen sich, ob August wirklich noch ein guter Pflanzmonat ist. Die Antwort: ja, absolut. Der August gehört zu den besten Monaten für die Nachpflanzung einer bestehenden Bambushecke, weil der Boden schön warm ist und Bambus dadurch schnell neue Wurzeln bildet. Gleichzeitig ist die heißeste Phase des Hochsommers meist vorbei, was den Wasserbedarf etwas senkt. Neue Bambuspflanzen brauchen in den ersten Wochen viel Feuchtigkeit, und in einem normalen August sind Temperaturen von 20 bis 25 Grad ideal.
Aus meiner eigenen Erfahrung in der Bambusbaumschule weiß ich: Pflanzen, die wir im August setzen, zeigen bis Oktober bereits deutlich sichtbares Wurzelwachstum. Das gibt ihnen einen entscheidenden Vorteil gegenüber Winterpflanzungen. Wer seine alte Bambushecke verdichten möchte, sollte nicht bis September warten, denn je früher im Spätsommer gepflanzt wird, desto mehr Anwurzelzeit bleibt vor dem ersten Frost.
Bestehende Bambushecke verdichten: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Der optimale Zeitraum für das Verdichten einer bestehenden Bambushecke liegt zwischen Mitte Juli und Ende September. August ist dabei der goldene Mittelweg. Der Boden hat nach dem Sommer eine Temperatur von oft über 18 Grad in 20 Zentimetern Tiefe, was das Wurzelwachstum stark fördert. Wer erst im Oktober pflanzt, riskiert, dass die neuen Pflanzen nicht mehr genug Zeit haben, sich richtig zu verankern.
Für eine Bambus lückenhafte Hecke im August und September nachzupflanzen, empfehle ich grundsätzlich horstartige, nicht-invasive Sorten wie Fargesia Asian Wonder oder Fargesia Nitida. Diese Sorten wachsen gleichmäßig und füllen Lücken zuverlässig, ohne die Nachbarbereiche zu überwuchern. Gerade bei bestehenden Hecken ist kontrolliertes Wachstum entscheidend.
Bambus nachpflanzen: Abstand und Größe der neuen Pflanzen richtig wählen
Wie nah sollten neue Bambuspflanzen in einer bestehenden Hecke stehen? Als Faustregel gilt: Bei einer Nachpflanzung zur Verdichtung pflanzt man neue Bambus in einem Abstand von 50 bis 80 Zentimetern zueinander und etwa 30 bis 50 Zentimeter von den bestehenden Horsten entfernt. Kleinere Abstände beschleunigen die optische Schließung, können aber zu Konkurrenzdruck zwischen den Wurzelballen führen.
Bei der Pflanzgröße macht es Sinn, etwas großzügiger zu investieren. Kleinere Pflanzen in 2,5-Liter-Töpfen sind günstiger, brauchen aber zwei bis drei Jahre, um wirklich sichtbar zu füllen. Größere Exemplare in 10- oder 15-Liter-Behältern schließen Lücken deutlich schneller. Für eine schnelle Wirkung bei einer Bambus Neupflanzung zur Verdichtung empfehle ich Höhen von mindestens 75 bis 100 Zentimetern. Die Asian Wonder bietet in dieser Größe ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis für Verdichtungsprojekte.

Wächst abgeschnittener Bambus nach?
Ja, abgeschnittener Bambus wächst nach, allerdings nicht aus denselben Halmen. Bambus treibt aus dem Wurzelstock neue Triebe, sogenannte Rhizome, die jedes Jahr im Frühjahr frische Halme bilden. Ein abgeschnittener Halm selbst wächst nie wieder in die Höhe.
Das ist besonders wichtig zu wissen, wenn man bestehende Heckenabschnitte zurückschneidet, um Platz für neue Nachpflanzungen zu schaffen. Die alten Stöcke sterben dadurch nicht ab, im Gegenteil: Durch das Lichten des Bestandes können neue Pflanzen besser Licht bekommen und die Wurzeln besser ins Erdreich treiben. In unserem Betrieb beobachten wir regelmäßig, dass Bambus nach einem kräftigen Rückschnitt im Frühjahr oder Sommer deutlich buschiger und dichter nachtreibt als zuvor.
Für Lücken in der Hecke bedeutet das: Wenn die bestehenden Pflanzen noch lebendig sind, aber dünn und schwach aussehen, kann ein Rückschnitt auf 40 bis 60 Zentimeter Höhe in Kombination mit einer Nachpflanzung Wunder wirken. Der Rückschnitt regt den Altbestand zu neuem Austrieb an, während die frischen Pflanzen daneben die Lücke schließen.
Kann man Bambus im Sommer schneiden?
Ja, Bambus kann im Sommer geschnitten werden, jedoch mit einem wichtigen Vorbehalt: Die frisch geschossenen Jahrestriebe, die im Mai und Juni gewachsen sind, sollte man bis Ende Juli in Ruhe lassen, damit sie vollständig verholzen können.
Ab Mitte August ist ein Rückschnitt problemlos möglich. Altes, vergilbtes oder beschädigtes Halmmaterial lässt sich dann bedenkenlos entfernen. Das verbessert nicht nur die Optik der Hecke, sondern gibt auch den neu eingepflanzten Bambussen mehr Licht und Luft. Wer seine Hecke im August auslichten und gleichzeitig verdichten möchte, kombiniert also idealerweise beide Maßnahmen an einem Tag.
Beim Schneiden gilt: immer direkt über einem Knoten ansetzen, damit kein offener Halm als Einfallstor für Feuchtigkeit und Pilze dient. Ein scharfes Messer oder eine Heckenschere mit kleiner Schnittbreite ist hier besser als eine grobe Säge. Und bitte keine Halmstümpfe von mehr als zwei bis drei Zentimetern stehen lassen.

Wieviel Bambus kaufen, um eine Hecke richtig zu verdichten?
Ausfallquote bei der Nachpflanzung einkalkulieren
Die Bambushecke Ausfallquote bei Nachpflanzungen liegt, wenn alles richtig gemacht wird, bei etwa 5 bis 10 Prozent. Das klingt gering, aber bei einer langen Hecke sollte man trotzdem eine oder zwei Pflanzen als Reserve einplanen. Gerade im August, wenn die Temperaturen noch hoch sein können, ist das Gießregime entscheidend. Eine vergessene Wässerung an einem heißen Tag kann einer frisch gepflanzten Bambuspflanze ernsthaft schaden.
Für eine Hecke von 10 Metern Länge mit einem Pflanzabstand von 75 Zentimetern benötigt man rechnerisch etwa 13 bis 14 Pflanzen. Ich empfehle immer, 15 bis 16 zu bestellen. Die eine oder zwei Reservepflanzen können Sie an einer anderen Stelle im Garten einsetzen oder in einem großen Topf überwintern, falls alle Pflanzen anwachsen.
Welche Bambussorte eignet sich am besten zur Verdichtung einer alten Hecke?
Nicht jede Sorte ist gleich gut geeignet, um eine bestehende Bambushecke aufzufüllen. Die wichtigsten Kriterien sind: ähnliche Wuchshöhe wie der Bestand, verträglicher Wuchs ohne invasive Rhizome und gute Schattentoleranz, da die Lücken oft von bestehenden Pflanzen teilweise beschattet werden.
Hier eine Übersicht der Sorten, die wir für Verdichtungsprojekte am häufigsten empfehlen:
| Sorte | Endwuchshöhe | Wuchstyp | Geeignet für Lückenfüllung | Winterhärte |
|---|---|---|---|---|
| Fargesia Asian Wonder | 250–350 cm | Horst, nicht invasiv | Sehr gut | bis –20 °C |
| Fargesia Nitida Black Pearl | 200–300 cm | Horst, nicht invasiv | Gut | bis –23 °C |
| Fargesia Scabrida Asian Wonder | 200–300 cm | Horst, nicht invasiv | Sehr gut | bis –20 °C |
| Fargesia Nitida Volcano | 150–200 cm | Horst, kompakt | Gut für niedrige Hecken | bis –23 °C |
Wenn die bestehende Hecke bereits aus Fargesia Asian Wonder besteht, empfehle ich, auch für die Nachpflanzung dieselbe Sorte zu wählen. Unterschiedliche Sorten können in Wuchsgeschwindigkeit und Farbe voneinander abweichen, was die Hecke später uneinheitlich wirken lässt. Für eine harmonische Gesamtwirkung ist Sortenkonsistenz wichtig. Schauen Sie sich zum Beispiel unsere großen Asian Wonder Exemplare an, die für Lücken in einer reifen Hecke sofort sichtbare Wirkung erzielen.
Ist die Hecke aus einer unbekannten Sorte zusammengewachsen, oder wollen Sie gezielt eine besonders dekorative Ergänzung? Dann lohnt sich die Black Pearl mit ihren fast schwarzen Halmen als Akzentsorte innerhalb der Reihe. Oder wählen Sie für kompaktere Stellen einen praktischen Mehrerset, um mehrere Lücken auf einmal zu schließen.

Schritt-für-Schritt: Nachpflanzung in eine bestehende Bambushecke
- Standort vorbereiten: Lücke ausmessen, Boden mindestens 40 cm tief lockern, Unkraut vollständig entfernen. Bei verdichtetem oder lehmhaltigem Boden 20 bis 30 Prozent Quarzsand einarbeiten.
- Pflanzloch vorbereiten: Das Pflanzloch sollte doppelt so breit wie der Wurzelballen sein. Bambus-Pflanzerde oder gut kompostierte Gartenerde einmischen. Keine frischen Stickstoffdünger direkt in die Pflanzgrube geben.
- Einpflanzen: Pflanze gut vorwässern, dann in das Loch setzen. Die Oberkante des Wurzelballens sollte etwa zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen. Erde andrücken, keine Hohlräume lassen.
- Wässern und mulchen: Direkt nach dem Pflanzen gründlich wässern, mindestens 10 Liter pro Pflanze. Anschließend eine Mulchschicht von 5 bis 8 Zentimetern auftragen, um Feuchtigkeit zu halten und Wurzeln zu kühlen.
- Nachsorge: In den ersten vier Wochen täglich oder jeden zweiten Tag gießen, je nach Temperatur und Regenmenge. Mehr Infos zur richtigen Bewässerung im August finden Sie in unserem separaten Ratgeber.
Kann man Bambus im Herbst pflanzen? Und wie lange kann man noch nachpflanzen?
Ja, Bambus kann auch im Herbst gepflanzt werden, allerdings sinkt die Erfolgsquote mit jedem Monat nach September. Bis Ende Oktober ist eine Neupflanzung in den meisten Regionen Deutschlands noch gut möglich, solange der Boden nicht gefroren ist und Temperaturen über 5 Grad Celsius herrschen.
Der Hauptunterschied zwischen August und Oktober ist die verbleibende Anwurzelzeit. Im August hat eine neue Bambuspflanze noch acht bis zehn Wochen gutes Wachstumswetter vor sich. Im Oktober sind es kaum noch vier Wochen. Das bedeutet: Wer die Wahl hat, sollte lieber früher pflanzen. Eine detaillierte Übersicht zu Pflanzzeitpunkten im Herbst gibt unser Ratgeber zum optimalen Herbstpflanzen.
Trotzdem: Auch eine Oktoberpflanzung ist keine Katastrophe. Bambus ist deutlich kältetoleranter als viele andere Gartenpflanzen. Fargesia-Sorten überleben problemlos Temperaturen bis weit unter null Grad, sobald sie auch nur ein paar Wochen angewurzelt sind. Entscheidend ist, dass die Pflanzstelle nicht zu nass und zugige Frostlagen gemieden werden.
Soll man Bambus für den Winter zusammenbinden?
In der Regel ist das Zusammenbinden von Bambus für den Winter nicht notwendig. Gut etablierte Fargesia-Sorten sind so winterhart, dass sie auch ohne Schutzmaßnahmen problemlos durch deutsche Winter kommen.
Bei frisch gepflanzten Exemplaren, die erst im August oder September in die Hecke gesetzt wurden, kann es sinnvoll sein, die Halme locker mit einem Juteseil zusammenzubinden. Das verhindert, dass schwerer Schnee die noch biegsamen Triebe dauerhaft abknickt. Ein Vlies oder eine Folie ist in der Regel nicht nötig und kann durch Stau von Feuchtigkeit sogar schaden.
- Empfohlen für Neupflanzungen: Halme locker mit Juteseil zusammenfassen, bei starkem Schneefall kurz schütteln.
- Nicht empfohlen: Luftdichtes Einwickeln in Folie, da Schimmelgefahr entsteht.
- Optional für milde Lagen: 5 bis 8 cm Rindenmulch rund um den Wurzelbereich schützt die Rhizome bei extremen Frösten unter –15 °C zusätzlich.

Wenn die nachgepflanzten Bambuspflanzen aus unserer Baumschule stammen, sind sie von Beginn an auf norddeutsche und mitteleuropäische Klimabedingungen abgehärtet. Das macht einen spürbaren Unterschied gegenüber günstigem Importmaterial. Abhärtung beginnt schon in der Aufzucht, und das merkt man dann im ersten Winter der Nachpflanzung ganz deutlich.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte und noch zwischen Sorten schwankt, findet in unserem Beitrag zum richtigen Vorgehen bei der Heckenverdichtung weitere hilfreiche Hinweise zu Abständen, Sortenwahl und Mengenberechnung. Denn eine gut geplante Nachpflanzung im August ist die einfachste und wirkungsvollste Methode, um eine schöne, dichte Bambushecke langfristig zu erhalten.