Wer einmal Feuer gefangen hat für Bambus, der möchte ihn am liebsten überall im Garten haben. Ich kenne das Gefühl bestens aus meiner täglichen Arbeit als Landschaftsgärtner. Die gute Nachricht: Bambus vermehren durch Teilung ist eine der einfachsten und zuverlässigsten Methoden, um aus einer einzigen Pflanze mehrere neue zu gewinnen. Ob du eine bestehende Pflanze aufteilen, Ausläufer gewinnen oder ein Rhizomstück einpflanzen möchtest, mit dem richtigen Vorgehen klappt es wunderbar. Auf dieser Seite von Bambus Pflanzen Kaufen zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du es richtig machst, welche Sorten sich am besten eignen und worauf du unbedingt achten solltest.

Kann man Bambuspflanzen teilen?
Ja, Bambuspflanzen lassen sich sehr gut teilen. Die Teilung ist sogar eine der bewährtesten Vermehrungsmethoden und funktioniert bei den meisten Gartenarten zuverlässig, solange man den richtigen Zeitpunkt wählt und die Teilstücke kräftig genug sind.
Generell unterscheidet man bei Bambus zwei große Wuchsgruppen: die horstbildenden Arten wie Fargesia und die ausläufertreibenden Arten wie Phyllostachys. Beide lassen sich teilen, aber die Technik unterscheidet sich etwas. Horstbildende Fargesia-Sorten wachsen kompakt und buschig nach außen. Ihr Rhizomsystem bleibt dicht beieinander, was die Teilung überschaubar macht. Bei ausläufertreibenden Arten hingegen muss man damit rechnen, dass das Wurzelwerk weitläufig im Boden verteilt ist.
Aus meiner Erfahrung auf der Baustelle sage ich immer: Ein gesunder, etablierter Horst von mindestens drei bis vier Jahren lässt sich prima aufteilen. Jüngere Pflanzen sollte man eher in Ruhe lassen, damit sie sich zuerst richtig festigen können. Ein Teilstück, das du herausschneidest, braucht genügend Rhizommasse und mindestens drei bis fünf kräftige Halme, damit es nach der Umpflanzung nicht gleich eingeht.
Welche Bambussorten eignen sich besonders gut für die Teilung?
Nicht alle Sorten verhalten sich gleich. Hier ein kurzer Überblick der beliebtesten Gartenarten und wie gut sie sich zur Teilung eignen:
| Sorte | Wuchstyp | Eignung für Teilung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Fargesia murielae | Horstbildend | Sehr gut | Kompaktes Rhizom, einfach zu handhaben |
| Fargesia nitida | Horstbildend | Sehr gut | Langsamer Wuchs, Teilstücke eher größer schneiden |
| Fargesia scabrida | Horstbildend | Gut | Kräftige Sorte, erholt sich schnell |
| Phyllostachys aurea | Ausläufertreibend | Gut | Ausläufer gut für Rhizomableger |
| Phyllostachys nigra | Ausläufertreibend | Gut | Rhizomstücke bewurzeln gut |
Wer also unsicher ist, welcher Bambus der richtige für seinen Garten ist, sollte sich vorab gut informieren. Die Wuchsform entscheidet nämlich nicht nur über das Ausbreitungsverhalten im Garten, sondern auch darüber, wie du am besten vermehrst.

Wie vermehre ich Bambus richtig?
Bambus lässt sich auf drei Wegen vermehren: durch Teilung des Horstes, durch Ausläufer (bei wuchernden Arten) und durch Rhizomstücke. Die Teilung ist dabei die sicherste Methode für Hobbygärtner, weil das Teilstück bereits ein fertiges Wurzelsystem mitbringt.
Schritt-für-Schritt: Bambus durch Teilung vermehren
Hier ist meine bewährte Vorgehensweise aus der Praxis. Ich mache das inzwischen jedes Frühjahr bei mehreren Kundengärten und es läuft jedes Mal gut:
- Vorbereitung: Schaufeln, Spaten und eine scharfe Baumsäge oder ein Wurzelmesser bereithalten. Stumpfe Werkzeuge zerquetschen das Rhizom und erhöhen die Fäulnisgefahr.
- Pflanze gut wässern: Ein bis zwei Tage vor der Teilung kräftig gießen. Der Boden sollte feucht, aber nicht matschig sein.
- Teilstück freilegen: Mit dem Spaten rund um den gewünschten Bereich einen Kreis abstechen, etwa 30 bis 40 cm vom äußeren Halmring entfernt.
- Rhizom durchtrennen: Mit der Säge oder dem Spaten das Rhizom sauber durchtrennen. Auf ausgefranste Schnittflächen achten und diese glatt nachschneiden.
- Teilstück einpflanzen: Sofort einpflanzen oder zwischenzeitlich in feuchten Sack oder feuchte Erde einschlagen. Nicht lange an der Luft liegen lassen.
- Einpflanzen und angießen: In vorbereitetes, gut gelockertes Pflanzloch setzen, mit Erde auffüllen und kräftig angießen. Die ersten zwei bis drei Wochen regelmäßig wässern.
Fargesia Bambus durch Teilung vermehren: Was ist besonders zu beachten?
Bei der Vermehrung von Fargesia Bambus durch Teilung ist eines besonders wichtig: Die Teilstücke müssen groß genug sein. Fargesia wächst langsamer als viele andere Sorten, besonders Fargesia nitida. Ein zu kleines Teilstück kämpft monatelang ums Überleben. Ich empfehle immer, mindestens ein Viertel bis ein Drittel des gesamten Horstes als Teilstück zu nehmen, wenn möglich sogar noch etwas mehr.
Wer eine Fargesia nitida Black Pearl im Garten hat, sollte mit der Teilung besonders behutsam umgehen. Diese elegant schwarzstängelige Sorte reagiert empfindlicher auf Stress als zum Beispiel Fargesia murielae. Lieber etwas länger warten, bis die Mutterpflanze wirklich kräftig genug ist, und dann erst teilen.
Nach der Teilung bei Fargesia ist es normal, dass die Pflanze einige Wochen lang etwas schlapp aussieht und Blätter einrollt. Das ist kein Grund zur Panik. Ausreichend Wasser, etwas Schatten in der ersten Zeit und Geduld sind jetzt gefragt.

Wie bekommt man Bambus Ableger?
Bambus-Ableger gewinnt man am einfachsten über Ausläufer bei wuchernden Arten oder durch abgetrennte Rhizomstücke. Bei horstbildenden Fargesia-Sorten funktioniert die klassische Teilung besser als die Ausläufermethode.
Ausläufer Bambus Ableger Anzucht: So geht es bei wuchernden Arten
Wer eine Phyllostachys im Garten hat, kennt das: Irgendwann tauchen Triebe an Stellen auf, wo man sie gar nicht erwartet. Diese Ausläufer sind eigentlich perfekte Ableger. Einfach mit dem Spaten direkt hinter dem neuen Trieb abstechen und das Rhizomstück mit dem Trieb herausnehmen. Darauf achten, dass am Rhizomstück noch mindestens eine Knospe vorhanden ist und das Stück selbst mindestens 20 bis 30 cm lang ist.
Diese Ableger sofort in Erde einpflanzen, tief genug, dass das Rhizom vollständig bedeckt ist. Ich pflanze sie in der Regel in eine Mischung aus normaler Gartenerde und etwas Kompost, leicht angedrückt und gut angegossen. In einem guten Sommer treibt so ein Ableger noch im selben Jahr aus.
Bambus neue Pflanze aus Rhizom gewinnen: Klappt das wirklich?
Ja, eine neue Pflanze aus einem Rhizomstück zu ziehen funktioniert tatsächlich gut, wenn man es richtig macht. Das Rhizomstück braucht mindestens eine schlafende Knospe und sollte etwa 20 bis 40 cm lang sein. Kürzere Stücke trocknen zu schnell aus oder haben nicht genug Energie für den Neuaustrieb.
Das Rhizomstück wird flach, etwa 5 bis 10 cm tief, in feuchte, lockere Erde gelegt. Am besten in ein Gefäß oder ein vorbereitetes Beet mit gutem Wasserabzug. Dann warm und hell stellen, nicht direkt in pralle Sonne. Feuchtigkeit halten, aber keine Staunässe. Nach vier bis acht Wochen sollten erste Triebe erscheinen. Es ist eines meiner Lieblingsexperimente im Frühjahr.

Beste Zeit für Bambus-Stecklinge und Teilung: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Wann sollte man Bambus teilen?
Der beste Zeitpunkt liegt im Frühjahr, kurz bevor der Bambus mit dem neuen Austrieb beginnt. In Deutschland ist das meist zwischen März und April. Zu diesem Zeitpunkt ist die Pflanze voller Energie und beginnt gleich, neue Wurzeln zu bilden. Das Teilstück erholt sich so am schnellsten.
Der zweite günstige Zeitpunkt ist der frühe Herbst, also September. Die Temperaturen sind noch mild, der Boden ist warm, und das Teilstück hat Zeit, vor dem Winter ein bisschen anzuwurzeln. Mitten im Sommer würde ich die Teilung vermeiden. Die Hitze und der Trockenstress machen es dem frisch geteilten Stück unnötig schwer. Auch mitten im Winter ist keine gute Idee, weil das Rhizom bei Bodenfrost kaum neue Wurzeln bildet.
Beste Zeit Bambus Stecklinge schneiden: Gibt es Unterschiede je nach Sorte?
Grundsätzlich gilt das Frühjahr für alle Sorten als optimal. Bei besonders empfindlichen Sorten wie Fargesia nitida oder der eleganten Winter Joy würde ich ausschließlich im Frühjahr teilen, nicht im Herbst. Diese Sorten sind zwar winterhart, aber frische Teilstücke brauchen etwas Zeit zum Anwurzeln und können einen frühen Frost schlecht vertragen, wenn sie noch nicht richtig eingewurzelt sind.
Robustere Sorten wie Fargesia scabrida oder Fargesia Asian Wonder verzeihen auch eine Herbstteilung. Die Asian Wonder in größeren Töpfen zeigt dabei eine besonders gute Anwurzelrate, weil die Pflanzen bereits kräftig ausgebildete Rhizome haben. Das merke ich immer wieder bei Projekten, bei denen wir bereits etablierte Pflanzen versetzen.
- Optimal: März bis April (kurz vor dem Neuaustrieb)
- Gut möglich: September (bei robusten Sorten)
- Vermeiden: Juli bis August (Hitzestress), Dezember bis Februar (Bodenfrost)
- Werkzeug: Immer scharfe, saubere Schnitte setzen, Desinfektionsmittel für Säge bereithalten
- Nach der Teilung: Schnittstellen mit Holzkohlepulver oder Wundverschlussmittel behandeln

Kann man Bambus im Wasser Wurzeln lassen?
Ja, das ist grundsätzlich möglich, aber mit Einschränkungen. Frische Bambussprosse oder Rhizomstücke kann man kurzzeitig in Wasser stellen, um sie am Leben zu erhalten, bis man sie einpflanzen kann. Eine dauerhafte Bewurzelung im Wasser wie bei manchen Zimmerpflanzen ist bei Bambus jedoch nicht zu empfehlen.
Bambussprosse bewurzeln in Wasser oder Erde: Was ist besser?
Erde gewinnt diesen Vergleich eindeutig. Bambus ist eine Landpflanze, die zwar Feuchtigkeit liebt, aber gleichzeitig guten Wasserabzug braucht. Wurzeln, die sich im Wasser bilden, sind oft sehr fein und wenig belastbar. Wenn man so ein Stück dann in Erde umpflanzt, müssen sich die Wurzeln komplett umstrukturieren, was die Pflanze stark stresst.
Ich habe selbst verschiedene Versuche gemacht: Rhizomstücke in Wasser und in feuchter Erde gleichzeitig angesetzt. Das Ergebnis war jedes Mal dasselbe: Die Stücke in Erde trieben zuverlässiger aus und hatten nach acht Wochen ein deutlich stärkeres Wurzelsystem. Die Wasserstücke wirkten zwar zunächst schneller, bildeten aber weniger stabile Halme.
Wer also die Wahl hat: immer direkt in Erde einpflanzen. Eine gute Mischung ist Gartenerde mit 20 bis 30 Prozent Sand oder Perlite für bessere Drainage, leicht angefeuchtet, nicht nass. Kein Staunässe. Das ist der eigentliche Schlüssel beim Bewurzeln.
Häufige Fehler beim Bambus vermehren und wie du sie vermeidest
Ich habe in meiner Arbeit viele Gärten gesehen, in denen gut gemeinte Vermehrungsversuche schiefgelaufen sind. Meistens aus denselben Gründen. Deshalb hier die häufigsten Fehler, damit du sie nicht auch machst:
Zu kleine Teilstücke
Das ist der Klassiker. Man will sparsam sein und schneidet ein möglichst kleines Stück heraus, um die Mutterpflanze zu schonen. Das Ergebnis: Das Teilstück hat nicht genug Energie zum Anwachsen und gibt auf. Mindestgröße sind wirklich drei bis fünf kräftige Halme plus ein ausreichend großes Stück Rhizom von mindestens der Größe eines großen Tellers.
Falscher Zeitpunkt und fehlende Nachsorge
Teilungen im Hochsommer oder mitten im Winter sind riskant. Und selbst bei perfektem Timing scheitern viele Versuche an mangelnder Nachsorge. Die ersten vier bis sechs Wochen nach der Teilung sind entscheidend. In dieser Zeit braucht das Teilstück gleichmäßige Feuchtigkeit, Schutz vor direkter Mittagssonne und keinen zusätzlichen Dünger. Dünger auf frisch verwundete Wurzeln wirkt wie Salz in der Wunde.
Stumpfes Werkzeug und ausgefranste Schnitte
Stumpfe Spaten oder Sägen hinterlassen zerfranste Schnittflächen, die anfällig für Pilzbefall und Fäulnis sind. Bevor du anfängst, Werkzeug schärfen und desinfizieren. Es macht wirklich einen Unterschied. Die Wunde heilt sauberer, und die Pflanze erholt sich schneller.
- Teilstücke immer groß genug wählen (mindestens 3 bis 5 Halme)
- Kein Dünger in den ersten 6 Wochen nach der Teilung
- Schnittwunden mit Holzkohle oder speziellem Wundverschluss behandeln
- Gleichmäßige Feuchtigkeit sicherstellen, keine Staunässe
Wer sich die ganze Arbeit sparen möchte und direkt mit einer kräftigen, gut eingewurzelten Pflanze loslegen will, findet bei uns eine große Auswahl an robusten Fargesia-Sorten in verschiedenen Größen. Das ist manchmal der einfachere und sicherere Weg, gerade wenn ein Gartenprojekt schnell fertig werden soll. Und die Wachstumsgeschwindigkeit der verschiedenen Bambussorten ist dabei ein wichtiger Faktor für die Planung.

Was tun, wenn die geteilte Pflanze eingeht?
Manchmal klappt es trotz bester Vorbereitung nicht. Blätter rollen sich dauerhaft ein, werden braun und fallen ab, ohne dass neue Triebe kommen. Das kann passieren, besonders bei sehr kleinen Teilstücken oder unglücklichem Wetter. In diesem Fall lohnt es sich, geduldig zu sein. Bambus hat die Fähigkeit, aus schlafenden Knospen am Rhizom neu auszutreiben, manchmal erst nach mehreren Monaten. Einfach weiter leicht feucht halten und warten. Wenn sich nach einer ganzen Saison wirklich gar nichts tut, dann war das Stück leider zu schwach. Ein Neustart mit einer kräftigen Pflanze aus einer guten Baumschule wie Bambus Pflanzen Kaufen ist dann oft der schnellste Weg zum Ziel.