Welcher Bambus wächst schneller – das ist eine der häufigsten Fragen, die ich von Gartenfreunden höre, und ich verstehe den Wunsch dahinter vollkommen. Man möchte schnell Sichtschutz, Struktur im Garten, oder einfach dieses beruhigende Rauschen der Blätter im Wind. Ich selbst habe in meinem Garten beide Gattungen: Fargesia und Phyllostachys. Beide faszinieren mich auf ihre eigene Art, aber sie wachsen grundlegend anders. Bei Bambus Pflanzen Kaufen findest du einen detaillierten Vergleich, welche Gattung besser zu deinem Garten passt. In diesem Artikel erkläre ich dir, was den Wachstumsunterschied ausmacht, welche Sorte für welchen Zweck geeignet ist, und wie du das Wachstum deines Bambus fördern kannst.

Fargesia vs. Phyllostachys: Wuchsgeschwindigkeit im direkten Vergleich
Wer schnell einen dichten Garten gestalten möchte, stellt sich unweigerlich die Frage nach dem Tempo. Phyllostachys ist der klare Sieger, wenn es um reine Wachstumsgeschwindigkeit geht. Diese Gattung gehört zu den sogenannten horstbildenden Riesenbambussen, die unter optimalen Bedingungen in der Wachstumsphase atemberaubende Höhen erreichen. Gleichzeitig ist Fargesia nicht zu unterschätzen: Sie wächst zuverlässig, gleichmäßig und erfordert deutlich weniger Kontrolle im Garten.
Der entscheidende Unterschied liegt im Wuchsverhalten. Phyllostachys treibt Ausläufer (Rhizome), die sich unterirdisch meterweit ausbreiten können. Fargesia hingegen bildet kompakte, horstige Büsche ohne Ausläufer. Das bedeutet: Phyllostachys wächst schneller in die Höhe, aber auch in die Breite, unkontrolliert. Fargesia bleibt übersichtlich.
| Merkmal | Fargesia | Phyllostachys |
|---|---|---|
| Wuchstyp | Horstbildend (keine Ausläufer) | Ausläufer (Rhizome) |
| Wachstum pro Jahr | 30–60 cm | 50–100+ cm |
| Maximale Höhe | 2–5 m | 5–20 m |
| Wachstum pro Tag (Spitze) | bis 2 cm | bis 30 cm |
| Winterhart | Sehr winterhart (bis -25°C) | Winterhart (bis -20°C, sortenabhängig) |
| Standort | Halbschatten bis Sonne | Volle Sonne bevorzugt |
| Geeignet für Hecke | Ideal, pflegeleicht | Möglich, aber Rhizomsperre nötig |
Fargesia Phyllostachys Wuchsgeschwindigkeit: Was steckt dahinter?
Der Fargesia Phyllostachys Wuchsgeschwindigkeit Unterschied lässt sich biologisch gut erklären. Phyllostachys investiert enorme Energie in das unterirdische Rhizom-Netzwerk. Sobald dieses Netzwerk etabliert ist, nach etwa zwei bis drei Jahren, schießen die neuen Halme in der Hauptwachstumszeit (Mai bis Juni) mit bis zu 30 Zentimetern täglich in die Höhe. Das ist kein Mythos, sondern messbare Realität. Fargesia hingegen baut langsamer auf, dafür stabil und ohne die Aggressivität der Rhizome. In meinem Garten konnte ich beobachten, dass meine Phyllostachys bissetii im dritten Standjahr plötzlich Halme mit über 5 Metern Höhe bildete. Die Fargesia daneben wuchs gleichmäßig um etwa 40 Zentimeter pro Saison.
Bambus Sorten unterschiedliche Wuchshöhe: Ein Überblick
Nicht alle Phyllostachys-Sorten wachsen gleich schnell, und auch innerhalb der Fargesia-Gattung gibt es erhebliche Unterschiede. Phyllostachys edulis (Moso-Bambus) kann unter idealen Bedingungen in subtropischen Klimazonen bis zu 20 Meter hoch werden. In deutschen Gärten sind realistische Höhen von 6 bis 10 Metern zu erwarten. Bei Fargesia liegt die maximale Höhe je nach Sorte zwischen 2 und 5 Metern. Sorten wie Asian Wonder gehören zu den wüchsigeren Fargesien und können unter guten Bedingungen bis zu 4 Meter erreichen. Wenn du also bambus sorten unterschiedliche wuchshöhe vergleichen möchtest, schau dir immer sowohl die Gattung als auch die spezifische Sorte an.

Welche Art von Bambus breitet sich schnell aus?
Phyllostachys breitet sich am schnellsten aus. Diese Gattung bildet unterirdische Ausläufer (Rhizome), die sich im Jahr um ein bis zwei Meter horizontal ausbreiten können und dabei neue Triebe bilden.
Das ist im Garten wichtig zu wissen, bevor man Phyllostachys pflanzt. Ohne Rhizomsperre kann diese Gattung in wenigen Jahren Beete, Wege oder sogar Fundamentmauern unterwandern. Eine Rhizomsperre aus HDPE-Folie mit mindestens 70 cm Tiefe ist beim Pflanzen von Phyllostachys daher eigentlich Pflicht. Wer das nicht möchte, wählt besser Fargesia: Sie bildet kompakte Horste ohne Ausläufer und bleibt genau dort, wo man sie gepflanzt hat.
Nicht wuchernder Bambus vs. Ausläufer: Vor- und Nachteile
Nicht wuchernder Bambus (also Fargesia) hat klare Vorteile für den normalen Hausgarten. Er ist pflegeleicht, wächst kontrolliert und eignet sich hervorragend als Sichtschutzhecke entlang von Grundstücksgrenzen. Der Nachteil: Er braucht mehr Jahre, um eine dichte, hohe Hecke zu bilden. Phyllostachys mit Ausläufern bringt schnell Volumen, erfordert aber konsequente Kontrolle der Rhizome. Wer einen großen Garten mit viel Platz hat, kann Phyllostachys auch ohne Sperre pflanzen und die Ausläufer jährlich zurückschneiden. Für kleinere Gärten ist nicht wuchernder Bambus vs. Ausläufer Wachstum klar entschieden: Fargesia gewinnt in der Handhabung.
- Vorteile Fargesia: Kein Wuchern, winterhart, halbschattenverträglich, ideal für Hecken, pflegeleicht, keine Rhizomsperre nötig
- Vorteile Phyllostachys: Deutlich schnelleres Höhenwachstum, eindrucksvoller Sichtschutz, größere Kulisse, für große Gärten oder Naturprojekte geeignet
Wie viel cm wächst ein Bambus pro Tag?
Phyllostachys kann in der Hauptwachstumszeit bis zu 30 cm pro Tag wachsen. Fargesia wächst deutlich langsamer, in der Regel zwischen 0,5 und 2 cm pro Tag.
Diese Zahlen klingen dramatisch, aber sie gelten nur für gut etablierte Pflanzen in der aktiven Schubphase im Frühjahr. Ein frisch gepflanzter Bambus wächst im ersten Jahr kaum, da er zuerst sein Wurzelsystem aufbaut. Erst im zweiten oder dritten Jahr zeigt sich das volle Wachstumspotenzial. Ich erinnere mich noch gut, wie ich meinen ersten Phyllostachys kaufte und im ersten Jahr enttäuscht war: Kaum Wachstum, dünne Halme. Im dritten Jahr dann der Boom. Dieses Gärtner-Sprichwort trifft es perfekt: „Im ersten Jahr schläft er, im zweiten Jahr kriecht er, im dritten Jahr springt er.“
Wie schnell wächst Riesenbambus pro Jahr?
Unter „Riesenbambus“ versteht man meist Phyllostachys-Arten, die im mitteleuropäischen Klima zwischen 50 und 150 cm pro Jahr zulegen können. In besonders warmen, feuchten Lagen, zum Beispiel im Weinbauklima am Rhein, sind sogar 2 Meter Zuwachs pro Jahr möglich. Für den durchschnittlichen deutschen Garten ist ein Jahreswachstum von 60 bis 100 cm bei Phyllostachys realistisch. Mehr dazu, wie schnell verschiedene Sorten tatsächlich wachsen, erkläre ich in diesem ausführlichen Beitrag zu Wachstumsgeschwindigkeit und Sorten.

Welche Pflanze wächst 30 cm am Tag?
Bambus, genauer gesagt bestimmte Phyllostachys-Arten wie Phyllostachys edulis (Moso-Bambus), kann unter optimalen Bedingungen tatsächlich bis zu 30 cm pro Tag wachsen. Das macht Bambus zur am schnellsten wachsenden Pflanze der Welt.
Das klingt unglaublich, ist aber durch wissenschaftliche Beobachtungen belegt. In tropischen Herkunftsgebieten wurden sogar bis zu 91 cm pro Tag gemessen. In Deutschland sind solche Extremwerte nicht zu erwarten, aber 20 bis 30 cm an einem warmen, feuchten Frühlingstag sind durchaus möglich. Wichtig zu verstehen: Diese Wachstumsleistung gilt ausschließlich für frische Halme (Culme) während des Austriebs. Sobald ein Halm seine finale Höhe erreicht hat, wächst er nicht mehr weiter. Ein Bambushalm, der im Mai austreibt, erreicht seine endgültige Höhe innerhalb von vier bis acht Wochen.
Schnellwachsender Bambus für die Hecke: Welche Sorte wählen?
Schnellwachsender Bambus für eine Hecke muss zwei Anforderungen erfüllen: Er soll schnell wachsen und gleichzeitig kontrollierbar bleiben. Das ist eigentlich ein Widerspruch, weil die schnellsten Sorten (Phyllostachys) auch am aggressivsten wuchern. Mein persönlicher Kompromiss: Für Hecken bis 3 Meter Höhe nehme ich lieber eine wüchsige Fargesia. Für Sichtschutzwände ab 4 Meter kommt Phyllostachys mit Rhizomsperre infrage. Besonders empfehlenswert ist die Sorte Fargesia Asian Wonder, die zu den wüchsigsten Fargesien gehört und dabei kompakt und winterhart ist. Sie bildet dichte, elegante Büsche und eignet sich hervorragend als schnellwachsender Bambus für eine Hecke, die du nicht ständig kontrollieren möchtest.
Für noch etwas mehr Höhe und Volumen von Anfang an lohnt sich ein Blick auf bereits größere Exemplare. Je größer die Pflanze beim Kauf, desto schneller schließt sich die Hecke. Wer direkt mit einem stattlichen Exemplar starten möchte, findet bei uns größere Asian Wonder Pflanzen, die bereits beim Einpflanzen für einen schönen Sichtschutz sorgen.

Kann man Bambus schneller wachsen lassen?
Ja, du kannst das Wachstum deines Bambus gezielt beschleunigen. Die wichtigsten Hebel sind der richtige Standort, ausreichend Wasser, die richtige Düngung und ein gut vorbereiteter Boden.
So förderst du das Wachstum deines Bambus aktiv
Bambus ist kein anspruchsloser Problemlöser, auch wenn er oft so dargestellt wird. Er wächst am schnellsten auf tiefgründigen, gut durchlüfteten und gleichmäßig feuchten Böden. Staunässe verträgt er nur schlecht, während anhaltende Trockenheit das Wachstum spürbar bremst. In meinem Garten habe ich festgestellt, dass eine Mulchschicht aus Rindenmulch (5 bis 8 cm dick) den Unterschied macht: Der Boden bleibt feuchter, wärmer und die Rhizome entwickeln sich deutlich besser.
Wer einen trockenen oder sandigen Boden hat, sollte vor dem Pflanzen unbedingt nachlesen, welche Sorten damit umgehen können. Nicht jeder Bambus kommt mit solchen Bedingungen zurecht, aber einige Sorten sind erstaunlich anpassungsfähig. Unsere Empfehlungen dazu findest du in diesem Ratgeber zu Bambus auf trockenen Böden.
Düngung, Wasser und Standort: Die wichtigsten Wachstumsfaktoren
Bambus ist ein Grasgewächs und liebt stickstoffreichen Dünger. Ein Rasendünger mit hohem Stickstoffanteil (mindestens 15 % N) wirkt Wunder: Im Frühjahr, kurz vor dem Hauptaustrieb (April bis Mai), gedüngt, treibt Bambus kräftiger und bildet dickere Halme. Eine zweite Düngergabe im Juni verlängert die Wachstumsphase. Zu viel des Guten ist jedoch kontraproduktiv: Überdüngung führt zu schwachen, instabilen Halmen.
- Standort: Vollsonnig bis halbschattig je nach Sorte, windgeschützt für zarte Halme im Austrieb
- Bewässerung: In der Wachstumsphase (Mai bis Juli) mindestens zweimal pro Woche gründlich wässern, bei Hitze täglich
- Düngung: Rasendünger oder Bambusdünger im April und Juni, NPK-Verhältnis 3:1:2
- Boden: Tiefgründig lockern vor dem Pflanzen, pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 anstreben
- Mulchen: Rindenmulch oder Bambuslaub als Mulch hält Feuchtigkeit und nährt den Boden
Übrigens hat die Pflanzengröße beim Kauf ebenfalls einen erheblichen Einfluss darauf, wie schnell du Ergebnisse siehst. Eine kleine Fargesia im 3-Liter-Topf braucht viele Jahre, bis sie eine echte Hecke bildet. Wer schneller zum Ziel kommen will, sollte gleich in größere Exemplare investieren. Die Fargesia nitida Black Pearl zum Beispiel ist bereits in einer Höhe erhältlich, bei der sie sofort sichtbaren Eindruck macht und innerhalb weniger Saisons zur stabilen Sichtschutzhecke heranwächst.
Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob Fargesia oder Phyllostachys die bessere Wahl für deinen Garten ist, lohnt sich auch ein Blick auf den Vergleich zweier klassischer Phyllostachys-Sorten, die in deutschen Gärten besonders beliebt sind. So bekommst du ein vollständiges Bild davon, welche Geschwindigkeit und Wuchshöhe du mit welcher Sorte wirklich erwarten kannst, bevor du dich entscheidest.