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Bambus im Spätsommer vermehren: Stecklinge und Teilung im August und September

Wer seinen Garten mit mehr Bambus bereichern möchte, ohne gleich neue Pflanzen kaufen zu müssen, hat im Spätsommer eine hervorragende Gelegenheit. Bambus vermehren durch Stecklinge ist eine der effektivsten Methoden und funktioniert gerade im August und September besonders gut. Die Triebe des laufenden Jahres sind dann ausgereift, die Temperaturen noch angenehm warm und die Pflanze steckt voller Energie für die Wurzelbildung. Bei Bambus Pflanzen Kaufen erleben wir jedes Jahr aufs Neue, wie viel Freude es bereitet, aus einem einzigen Mutterstock mehrere neue Pflanzen zu ziehen. Ob für eine Heckenerweiterung, als Geschenk für Nachbarn oder einfach als Experiment: Die Vermehrung durch Stecklinge lohnt sich fast immer. In diesem Beitrag erfahren Sie alles, was Sie brauchen, von der richtigen Schnitttechnik bis zur Bewurzelung.

Bambusstecklinge mit frischen Trieben auf Gartentisch bereit
Bambusstecklinge mit frischen Trieben auf Gartentisch bereit

Warum der Spätsommer der ideale Zeitpunkt für Bambusstecklinge ist

Der richtige Bambus Stecklinge Schneiden Zeitpunkt macht einen enormen Unterschied. Im August und September sind die neuen Triebe des Jahres vollständig verholzt und damit stabil genug, um als Steckling zu funktionieren. Gleichzeitig sind die Temperaturen nachts noch mild, was die Wurzelbildung fördert, ohne die Pflanze in Hitzestress zu versetzen.

Anders als im Frühjahr, wenn die Pflanze mit dem Austreiben neuer Halme beschäftigt ist, kann sie im Spätsommer ihre Energie gezielt in die Bewurzelung der Stecklinge lenken. Triebe aus dem Frühjahr sind zu jung und weich, Triebe aus dem Vorjahr oft zu verholzt. Der Spätsommer trifft genau das richtige Mittelmaß. Aus unserer Erfahrung in der Baumschule heraus können wir sagen: Stecklinge, die im August geschnitten werden, zeigen nach 4 bis 6 Wochen die ersten Wurzeln, während Stecklinge aus dem Frühsommer oft noch deutlich länger brauchen.

Und was ist mit dem September? Auch dieser Monat ist geeignet, allerdings sollten Sie die Stecklinge dann lieber ins Gewächshaus oder auf die geschützte Terrasse stellen, damit sie vor dem ersten Frost noch ausreichend Wurzeln bilden können. Grundsätzlich gilt: Je früher im Spätsommer, desto besser.

Welche Bambusarten eignen sich für die Stecklingsvermehrung?

Nicht jeder Bambus lässt sich gleich gut über Stecklinge vermehren. Klumpenbambus-Arten der Gattung Fargesia sind für Hobbygärtner besonders gut geeignet, weil sie keine unterirdischen Ausläufer bilden und der Mutterstock beim Entnehmen von Stecklingen weniger geschwächt wird. Sorten wie Fargesia murielae und Fargesia nitida reagieren gut auf diese Methode.

Auch Fargesia Asian Wonder eignet sich hervorragend für die Stecklingsvermehrung. Diese Sorte wächst kompakt, ist winterhart bis minus 25 Grad Celsius und bildet in der Regel kräftige Internodien, die sich gut als Stecklinge verarbeiten lassen. Laufbambus-Arten wie Phyllostachys lassen sich über Stecklinge zwar auch vermehren, die Teilung des Wurzelstocks ist dort jedoch häufig effektiver.

Was brauche ich für die Stecklingsvermehrung von Bambus?

Die Ausrüstung ist überschaubar. Sie benötigen eine scharfe, desinfizierte Gartenschere oder ein Messer, damit die Schnittstellen sauber und nicht gequetscht sind. Dazu kommen kleine Töpfe mit einem Durchmesser von 10 bis 15 cm, ein lockeres, nährstoffarmes Anzuchtsubstrat und wahlweise etwas Bewurzelungspulver. Ein Mini-Gewächshaus oder einfach eine abgeschnittene PET-Flasche über dem Topf schafft das feuchte Kleinklima, das Stecklinge mögen.

  • Scharfe, desinfizierte Gartenschere oder Messer
  • Kleine Töpfe (10 bis 15 cm Durchmesser)
  • Lockeres Anzuchtsubstrat, zum Beispiel eine Mischung aus Kokoserde und Perlite
  • Bewurzelungspulver oder Bewurzelungshormon (optional, aber hilfreich)
  • Transparente Haube, Mini-Gewächshaus oder Plastikfolie zum Abdecken
Bambusstecklinge in Töpfen mit Anzuchterde bedeckt, Nahaufnahme
Bambusstecklinge in Töpfen mit Anzuchterde bedeckt, Nahaufnahme

Wie mache ich Bambus Ableger?

Bambus-Ableger entstehen, indem man kräftige Halmsegmente mit mindestens einem intakten Knoten vom Mutterstock abtrennt und diese zum Bewurzeln in feuchtes Substrat steckt. Die einfachste Methode ist das sogenannte Halmsteckling-Verfahren, bei dem ein Halmsegment mit zwei bis drei Internodien verwendet wird.

Wählen Sie zunächst einen Halm aus dem laufenden Jahr, der bereits vollständig ausgereift und leicht verholzt ist. Der Halm sollte keine Schäden, keine Verfärbungen und möglichst noch einige Seitenäste mit Blättern aufweisen, da diese Blätter Energie für die Bewurzelung liefern. Schneiden Sie den Halm dicht unterhalb und oberhalb eines Knotens durch, sodass jedes Segment mindestens einen vollständigen Knoten enthält. Die untere Schnittfläche sollte knapp unter dem Knoten liegen, die obere Schnittfläche knapp darüber.

Schritt-für-Schritt: Bambusstecklinge richtig schneiden und einpflanzen

  1. Halm auswählen: Einen kräftigen, diesjährigen Halm mit mehreren Knoten und intakten Seitenästen wählen.
  2. Schneiden: Mit desinfizierter Schere direkt unter und über den Knoten schneiden, um Segmente mit je einem Knoten zu erhalten.
  3. Schnittflächen behandeln: Die Schnittstellen kurz trocknen lassen und optional mit Bewurzelungspulver bestäuben.
  4. Einpflanzen: Das untere Ende des Stecklings etwa 3 bis 5 cm tief in das Anzuchtsubstrat stecken. Den Topf leicht andrücken und gut wässern.
  5. Abdecken und stellen: Mit einer transparenten Haube abdecken und an einen hellen, aber nicht vollsonnigen Platz stellen. Täglich kurz lüften.

Besonders wichtig ist die Hygiene beim Schneiden. Wer mit einem verschmutzten Messer arbeitet, riskiert Pilzinfektionen an den Schnittstellen. Ein kurzes Abwischen der Klinge mit Isopropylalkohol reicht völlig aus. In unserer Baumschule desinfizieren wir alle Werkzeuge vor jedem neuen Steckling, das macht einen spürbaren Unterschied beim Anwuchserfolg.

Kann man Bambus im Wasser Wurzeln lassen?

Ja, Bambusstecklinge können grundsätzlich im Wasser angewurzelt werden, allerdings ist diese Methode weniger zuverlässig als die Bewurzelung im Substrat. Im Wasser bilden sich zuerst sogenannte Wasserw urzeln, die sich von echten Erdwurzeln strukturell unterscheiden und beim Umtopfen oft abbrechen.

Wer es dennoch versuchen möchte, stellt den Steckling in ein Glas mit abgestandenem, zimmerwarmen Wasser und wechselt dieses alle zwei bis drei Tage. Das Wasser sollte nicht das gesamte Segment bedecken, sondern nur das unterste Ende mit dem Knoten. Nach zwei bis vier Wochen zeigen sich erste Wurzelansätze. Dann sollte der Steckling zügig in Substrat umgesetzt werden, bevor die Wasserw urzeln zu lang werden.

Für empfindlichere Sorten wie Fargesia nitida würde ich persönlich eher die Substratmethode empfehlen. Die Wasservermehrung eignet sich als spannende Beobachtung, zum Beispiel mit Kindern, ist aber für eine verlässliche Vermehrung im größeren Maßstab nicht ideal.

Bambus vermehren Stecklinge im Glas Wasser mit Wurzelansätzen
Bambus vermehren Stecklinge im Glas Wasser mit Wurzelansätzen

Kann man Bambus ohne Wurzeln einpflanzen?

Einen völlig wurzellosen Bambushalm direkt in die Erde zu pflanzen ist möglich, aber die Erfolgsquote ist deutlich geringer als bei Stecklingen mit bereits angelegten Wurzelanlagen. Entscheidend ist dabei der Knoten, denn aus diesem Gewebe entstehen die neuen Wurzeln.

Wenn ein Halmsteckling frisch geschnitten und ohne Voranzucht direkt in feuchte Erde gesteckt wird, kann er unter idealen Bedingungen tatsächlich anwachsen. Er braucht dann besonders viel Feuchtigkeit, einen halbschattigen Standort und Schutz vor starkem Wind. Das Risiko, dass der Steckling vertrocknet oder fault, ist jedoch hoch. Profis in der Bambusbaumschule bevorzugen deshalb immer die kontrollierte Anzucht im Topf, bevor der Steckling ins Freiland kommt.

Fargesia-Stecklinge einpflanzen: Besonderheiten beachten

Wer sich speziell mit Fargesia robusta Stecklinge pflanzen befasst, stößt schnell auf eine Besonderheit: Fargesia robusta-Sorten bilden im Vergleich zu anderen Fargesia-Arten etwas dickere Halme und ausgeprägtere Knoten. Das ist beim Steckling-Schneiden ein Vorteil, da die Knoten viel Meristemmaterial enthalten, aus dem neue Wurzeln entstehen.

Allgemein gilt für Fargesia-Stecklinge, dass sie tiefere Töpfe bevorzugen, da ihre Wurzeln vertikal wachsen. Ein Topf mit mindestens 20 cm Tiefe und guter Drainage ist ideal. Das Substrat sollte leicht sauer bis neutral sein, ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 ist optimal. Regelmäßiges Gießen, aber keine Staunässe: Das ist die goldene Regel für die ersten Wochen.

Wie lange braucht Bambus zum Wurzeln?

Unter guten Bedingungen zeigen Bambusstecklinge nach 3 bis 8 Wochen die ersten Wurzeln. Die genaue Dauer hängt von der Art, der Temperatur, dem Substrat und dem Schnitt-Zeitpunkt ab.

Stecklinge, die im August unter Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit gehalten werden, wurzeln schneller als solche, die im September bei sinkenden Temperaturen angesetzt werden. Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad Celsius sind ideal. Darunter verlangsamt sich der Prozess erheblich: Unter 15 Grad Celsius ruht die Wurzelbildung nahezu komplett.

Wie lange dauert ein Bambussteckling bis zur vollen Wurzelbildung? Nach meiner Erfahrung dauert es vom Schnitt bis zu einem gut durchwurzelten Topfballen in der Regel 8 bis 12 Wochen. Erst dann ist der Steckling stabil genug, um ins Freiland oder in einen größeren Topf umgesetzt zu werden. Geduld zahlt sich aus.

Bambusstecklinge im August und September bewurzeln: Temperatur und Licht

Bambusstecklinge im August und September brauchen Wärme, aber keinen direkten Mittagssonnenschein. Ein heller Platz mit indirektem Licht, zum Beispiel an einer nach Osten oder Westen ausgerichteten Wand, ist ideal. Ein Mini-Gewächshaus im Freien oder ein gut belüftetes Zimmergewächshaus hält die Temperatur gleichmäßig hoch.

Wer im September beginnt und einen kälteren Standort hat, kann mit einer Heizmatte unter den Töpfen die Bodentemperatur auf 20 bis 22 Grad Celsius halten. Das reicht völlig aus, um die Wurzelbildung auch bei kühlen Herbstnächten am Laufen zu halten. Staunässe ist der größte Feind: Lieber einmal weniger gießen als einmal zu viel.

Methode Geeignete Monate Wurzelzeit (ca.) Schwierigkeit Erfolgsquote
Halmsteckling im Substrat Juli bis September 3 bis 6 Wochen Mittel Hoch (70 bis 85 %)
Halmsteckling im Wasser Juli bis August 2 bis 4 Wochen Einfach Mittel (40 bis 60 %)
Horst-Teilung März bis April, August bis September sofort verwurzelt Einfach bis Mittel Sehr hoch (85 bis 95 %)
Rhizom-Steckling März bis April 4 bis 8 Wochen Schwierig Mittel (50 bis 65 %)
Vergleich Bambusstecklinge verschiedener Methoden im Überblick, Tabelle
Vergleich Bambusstecklinge verschiedener Methoden im Überblick, Tabelle

Bambus durch Teilung vermehren: Die Alternative zur Stecklingsvermehrung

Stecklinge schneiden ist eine Sache. Eine andere, oft noch zuverlässigere Methode ist die Teilung des gesamten Horsts. Dabei wird der Wurzelstock eines etablierten Bambus mit einem Spaten oder einer Säge in mehrere Abschnitte geteilt, von denen jeder eigene Wurzeln und Halme mitbringt. Der Vorteil: Die Pflanze ist sofort selbstständig und nicht auf die Bildung neuer Wurzeln angewiesen.

Die Teilung eignet sich am besten im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb oder alternativ eben im Spätsommer, wenn die Pflanze genug Zeit hat, sich bis zum Winter noch einzuwurzeln. Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Teilung findet sich in unserem Beitrag über das Vermehren durch Horst-Teilung, der auch auf die Besonderheiten verschiedener Bambusarten eingeht.

Bambus-Teilung im August: Was ist dabei zu beachten?

Im August ist der Bambus noch voll im Saft. Das bedeutet einerseits, dass die Teilstücke viel Energie mitbringen, andererseits aber auch, dass der Mutterstock nach dem Eingriff ausreichend Wasser braucht. Direkt nach der Teilung sollte die Mutterpflanze intensiv gegossen und nach Möglichkeit leicht beschattet werden, damit sie sich erholt.

Für die abgetrennten Teilstücke gilt: Nicht zu kleine Abschnitte wählen. Jeder Teilhorst sollte mindestens 4 bis 6 kräftige Halme und einen gut ausgebildeten Wurzelballen von mindestens 20 x 20 cm mitbringen. Kleinere Stücke haben zwar auch Chancen, brauchen aber deutlich länger, bis sie ansprechend aussehen. Wer im Herbst eine neue Bambus-Hecke anlegen möchte, sollte das im Hinterkopf behalten. Übrigens empfehle ich dafür auch einen Blick auf unsere bereits fertig angewachsenen Asian Wonder Pflanzen in stattlicher Größe, falls die Vermehrung doch länger dauert als geplant.

Tipps für eine erfolgreiche Bambus-Vermehrung im Überblick

Egal ob Stecklinge oder Teilung: Ein paar Grundregeln gelten immer. Sauberes Werkzeug ist das A und O. Frisch geschnittene Bambuspflanzen reagieren empfindlich auf Bakterien und Pilze. Wer das beachtet, hat schon die halbe Miete.

  • Stecklinge immer von gesunden, kräftigen Mutterpflanzen nehmen
  • Nie mehr als ein Drittel des Mutterstocks für Stecklinge verwenden
  • Substrat immer feucht, aber nie nass halten (Fingertest: Erde klebt leicht, läuft aber nicht)
  • Nach dem Einpflanzen die ersten zwei Wochen keinen Dünger geben, die Pflanze braucht Ruhe
  • Wurzelbildung vor dem ersten Frost abgeschlossen haben, sonst frostgeschützt überwintern

Zum Thema Überwintern junger Bambuspflanzen nach der Vermehrung lohnt sich ein Blick in unseren Artikel über das Überwintern von Bambus im Topf. Gerade frisch bewurzelte Stecklinge sind im ersten Winter empfindlicher als etablierte Pflanzen und profitieren von einem geschützten Standort oder einer Vliesabdeckung.

Bambus Horst-Teilung mit Spaten im Garten, Spätsommer
Bambus Horst-Teilung mit Spaten im Garten, Spätsommer

Wann sollte ich meinen frisch vermehrten Bambus das erste Mal düngen?

Diese Frage wird mir in der Baumschule sehr häufig gestellt. Die Antwort: Frühestens vier bis sechs Wochen nach dem Einpflanzen des Stecklings, wenn die ersten sichtbaren Wurzeln vorhanden sind und das Pflanzenwachstum wieder anläuft. Zu früh gedüngt, verbrennen die zarten jungen Wurzeln.

Im darauffolgenden Frühjahr darf dann beherzt gedüngt werden. Bambus ist ein Starkzehrer, besonders was Stickstoff betrifft. Rasendünger mit hohem Stickstoffanteil hat sich für viele Hobbygärtner bewährt. Wer genau verstehen möchte, welche Nährstoffe Bambus nach dem Winter braucht, findet in unserem Beitrag über das richtige Düngen im Frühjahr alle relevanten Informationen. Ein gesunder Start im Frühjahr ist entscheidend dafür, dass auch aus einem kleinen Steckling schnell eine eindrucksvolle Pflanze wird.

Und wer nach all dem Vermehren und Pflegen merkt, dass der eigene Nachwuchs doch nicht so schnell wächst wie erhofft: Kein Problem. Auf Bambuspflanzenkaufen.de finden Sie fertig aufgezogene Pflanzen in verschiedenen Größen, von kompakten Asian Wonder-Jungpflanzen bis hin zu stattlichen Exemplaren für eine sofortige Sichtschutzwirkung. Manchmal ist es die Kombination aus selbst vermehren und ein paar fertig aufgezogenen Pflanzen kaufen, die den Garten am schnellsten verwandelt.