Bambus im Garten ist eine Sache für sich. Wer einmal mit dieser faszinierenden Pflanze gearbeitet hat, weiß: die Auswahl der richtigen Sorten macht den entscheidenden Unterschied. Als Landschaftsgärtner, der täglich mit Bambus zu tun hat, begegne ich immer wieder der gleichen Frage von meinen Kunden: Kann man nicht wuchernde Sorten einfach mit einem stattlichen Riesenbambus kombinieren? Die Antwort ist ja, aber man braucht dabei Köpfchen. Kombinationen wuchernde Riesenbambus gekonnt zu mischen ist nämlich keine Glückssache, sondern Handwerk. Genau darum geht es in diesem Beitrag. Ob ihr bei Bambus Pflanzen Kaufen bestellt oder lokal sucht, die Grundprinzipien bleiben dieselben. Ich zeige euch, wie ihr verschiedene Sorten so anordnet, dass sie sich optisch ergänzen, ohne sich gegenseitig zu verdrängen.

Welche Pflanze kann man mit Bambus kombinieren?
Bambus lässt sich mit einer Vielzahl anderer Pflanzen kombinieren. Am besten funktioniert das mit Stauden, Gräsern und immergrünen Gehölzen, die ähnliche Standortansprüche wie Bambus haben und sich optisch zu seinen schlanken Halmen verhalten.
In meiner Praxis als Landschaftsgärtner habe ich festgestellt, dass die schönsten Gartenkompositionen entstehen, wenn Bambus als Rückgrat der Bepflanzung dient. Hinter oder neben einem hohen Riesenbambus wie Phyllostachys wirken niedrige Bodendecker wie Waldsteinia oder Vinca besonders gut. Sie füllen den Bereich unter den Halmen auf, wo der Bambus selbst kahl bleibt. Auch Japanische Ahorne, Hortensien oder Schilfgräser passen hervorragend dazu.
Welche Stauden harmonieren mit Bambus?
Besonders gut geeignet sind Farne, Astilben, Hostas und Ligularia. Diese Schattenstauden gedeihen unter dem Blätterdach des Bambus und liefern eine kontrastreiche Textur zum feinen Laub der Halme. Im Frühling, wenn die neuen Triebe aus dem Boden schießen, sorgen Narzissen oder Muscari für einen schönen Farbakzent davor.
Wichtig ist dabei die Lichtversorgung. Dichter Bambus, besonders Phyllostachys-Sorten mit starker Halmdichte, wirft viel Schatten. Wer also blühende Stauden daneben pflanzen will, sollte auf die Himmelsrichtung achten. Nach Süden hin bleibt oft genug Licht für Lavendel oder Ziergräser wie Pennisetum. Auf der Nordseite braucht es schattentolerantere Partner.
Bambus verschiedene Sorten nach Höhe und Farbe arrangieren
Wer mehrere Bambussorten im Garten vereint, kann mit Höhenstaffeln wunderbare Tiefenwirkung erzeugen. Stellt euch das wie eine Bühne vor: vorne die kleineren, kompakten Fargesias mit 150 bis 200 Zentimetern, dahinter die großen Phyllostachys mit 4 bis 8 Metern Höhe. Das wirkt nicht überwältigend, sondern gegliedert und elegant. Farbiger Bambus mit goldgelben Halmen, zum Beispiel Phyllostachys aureosulcata Aureocaulis, bringt zusätzlich Leuchtkraft in die Komposition, besonders wenn man ihn vor dunkelgrünen Fargesias setzt.
Fargesia und Phyllostachys zusammen pflanzen: So gelingt die Kombination
Das Zusammenpflanzen von Fargesia und Phyllostachys ist die häufigste und gleichzeitig anspruchsvollste Kombination im Bambusgarten. Beide Gattungen wachsen grundsätzlich gerne nebeneinander, haben aber sehr unterschiedliche Charaktere.

Phyllostachys ist ein sogenannter wuchernder Bambus. Er bildet unterirdische Ausläufer, die sogenannten Rhizome, die sich bis zu 2 Meter pro Jahr ausbreiten können. Fargesia hingegen wächst als nicht wuchernder Bambus in einem geschlossenen Horst und bleibt dort, wo ihr ihn pflanzt. Das ist der entscheidende Unterschied. Wenn ihr diese beiden Typen ohne Trennung nebeneinander setzt, besteht die Gefahr, dass die Phyllostachys in kurzer Zeit den Wurzelraum der Fargesia übernimmt.
Nicht wuchernden Bambus mit Ausläufern mischen: Was zu beachten ist
Der Schlüssel liegt in der Rhizomsperre. Wer nicht wuchernden Bambus mit einer sich ausbreitenden Phyllostachys kombinieren möchte, muss zwischen beiden Pflanzen eine robuste Rhizomsperre aus PE-Folie setzen, mindestens 70 Zentimeter tief und idealerweise 2 Millimeter stark. Damit behält jede Pflanze ihren eigenen Bereich.
Ich rate meinen Kunden, bei dieser Kombination mindestens 80 bis 100 Zentimeter Abstand zwischen den Pflanzen zu lassen. Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt die Fargesia in einen eingesenkten Pflanzkübel oder nutzt einen abgegrenzten Bereich mit Betoneinfassung. Das klingt aufwendig, ist es aber nicht wirklich, und man spart sich später viel Mühe beim Zurückschneiden der Ausläufer. Mehr über das Thema Ausläufer und warum manche Sorten sicherer sind, erklärt dieser Artikel über Rhizome und Ausläufer.
Gartengestaltung mit mehreren Bambussorten: Welcher Abstand ist ideal?
Bei der Planung mehrerer Bambussorten empfehle ich folgende Faustformel: Die Pflanzabstände sollten mindestens der halben Endbreite beider Sorten zusammengerechnet entsprechen. Eine ausgewachsene Fargesia Asian Wonder wird etwa 150 bis 200 Zentimeter breit, eine mittelstarke Phyllostachys ähnlich. Der Mindestabstand zwischen beiden wäre also rund 1,5 Meter, plus die Rhizomsperre. Das gibt jeder Pflanze genug Raum und sieht nach zwei bis drei Jahren Wachstum wirklich beeindruckend aus.
Kann Riesenbambus in Deutschland wachsen?
Ja, Riesenbambus gedeiht in Deutschland sehr gut. Viele Phyllostachys-Sorten sind bis zu minus 20 Grad Celsius frosthart und überstehen den deutschen Winter problemlos, solange der Standort nicht dauerhaft in Staunässe liegt.
Besonders beliebt bei mir und meinen Kunden ist Phyllostachys bissetii. Diese Sorte gehört zu den winterhärtesten Riesenbambus-Arten überhaupt und kann in günstigen Lagen problemlos 5 bis 7 Meter hoch werden. Ich habe in meinen Projekten Exemplare gepflegt, die nach fünf Jahren im Garten echte Sichtschutzwände gebildet haben, ohne einen einzigen Ausfallhalm nach dem Winter. Wer direkt einsteigen möchte, findet bei uns schöne Starterpflanzen wie den jungen Phyllostachys bissetii als solide Gartenpflanze oder für sofortige Wirkung den größeren Bissetii mit stattlicher Anfangshöhe.

Welche Phyllostachys-Sorten eignen sich für Kombinationen?
Nicht jede Phyllostachys ist gleich aggressiv im Wuchs. Für Kombinationen mit Fargesia oder anderen kleinen Bambussorten empfehle ich Sorten mit moderatem Rhizomwachstum. Phyllostachys bissetii ist dafür gut geeignet, weil sie zwar Ausläufer bildet, aber weniger explosiv wächst als beispielsweise Phyllostachys aureosulcata oder Phyllostachys vivax. Letztere kann unter guten Bedingungen Halme mit über 10 Metern Höhe entwickeln und Rhizome treiben, die 3 Meter pro Saison zurücklegen.
Für Gärten unter 500 Quadratmetern würde ich immer eine der moderat wachsenden Sorten empfehlen. Kombiniert mit einer hübschen Fargesia als Vordergrundpflanze entsteht so ein wunderschönes Schichten-Arrangement, das das ganze Jahr grün bleibt.
Farbiger Bambus mit Phyllostachys und Fargesia kombinieren
Farbiger Bambus ist ein echtes Highlight im Garten. Die goldgelben Halme von Phyllostachys aureosulcata Aureocaulis oder die schwarzen Stiele von Phyllostachys nigra setzen starke optische Akzente. Als Landschaftsgärtner nutze ich diese Farbkontraste gerne: dunkle Halme vor einem hellen Kies oder einer weißen Mauer, goldgelbe Stiele vor tiefgrünem Fargesia-Laub. Das wirkt sofort und braucht keine weiteren Blühpflanzen zur Unterstützung.
Auch bei Fargesia gibt es inzwischen interessante Farbnuancen. Die Fargesia Nitida Black Pearl zum Beispiel trägt tiefviolette bis schwarze Scheiden, die sich hervorragend mit hellgrünen Phyllostachys-Halmen kontrastieren. Solche Nitida Black Pearl ist bei uns in der Baumschule sehr beliebt, weil sie nicht wuchert und dabei trotzdem unglaublich dekorativ ist.
Welche Pflanze vertreibt Bambus?
Keine einheimische Gartenpflanze vertreibt Bambus vollständig. Was man tun kann, ist das Wachstum durch mechanische Maßnahmen zu begrenzen oder durch konkurrenzstarke Pflanzen wie Miscanthus oder Cortaderia zumindest einzudämmen. Ein chemisches Abtöten ist aufwendig und im Hausgarten oft nicht wünschenswert.
Wer also einen wuchernden Bambus ersetzen oder zurückdrängen will, sollte mit Spaten und Rhizomsperre arbeiten, nicht mit Konkurrenzpflanzen. Das ist die ehrlichere Antwort. Pflanzen wie Pachysandra, Efeu oder Walderdbeere können unter dem Bambusdach wachsen, drängen ihn aber nicht zurück. Sie übernehmen lediglich den Bodenbereich unter ihm. Mehr zur Wahl der richtigen nicht wuchernden Sorten als Alternative findet ihr in unserer Übersicht der nicht wuchernden Bambussorten.

Wie kann man Rhizome verhindern?
Rhizome lassen sich nicht vollständig verhindern, aber sehr gut kontrollieren. Die effektivste Methode ist eine fachgerecht eingebaute Rhizomsperre aus hochdichtem Polyethylen, mindestens 70 Zentimeter tief im Boden, mit einer nach außen gebogenen Oberkante von etwa 5 Zentimetern über dem Bodenniveau.
Rhizomkontrolle bei der Kombination mehrerer Bambussorten
Wer verschiedene Bambussorten im Garten kombiniert und dabei wuchernde Phyllostachys neben kompakten Fargesia-Sorten einsetzt, muss die Rhizomsperre als Pflichtmaßnahme betrachten. Ich baue sie bei jedem Kundenprojekt als Standard ein, wenn Phyllostachys im Spiel ist. Die Sperre sollte außerdem jährlich kontrolliert werden: Manchmal klettern einzelne Rhizome über die Oberkante hinweg. Dann einfach abschneiden.
Eine praktische Alternative zu Rhizomsperren ist das Einpflanzen in große Betonbecken oder eingesunkene Pflanzkübel. Für kleinere Gärten unter 200 Quadratmetern empfehle ich sogar ausschließlich nicht wuchernde Sorten. Das erspart viel Kontrolle und Ärger. Wer tiefer einsteigen möchte, wie Ausläufer entstehen und was man dagegen tun kann, dem hilft diese ausführliche Anleitung zur Bambus-Teilung und zum Umgang mit Ausläufern.
Nicht wuchernde Fargesia-Sorten als sichere Kombinationspartner
Für alle, die ohne Rhizomsperre auskommen wollen, sind nicht wuchernde Fargesia-Sorten die Lösung. Sie bilden keine Ausläufer, wachsen in einem festen Horst und lassen sich problemlos neben anderen Pflanzen setzen. Besonders empfehlenswert sind dabei:
- Fargesia Asian Wonder: Elegante Bogenform, windtolerant, bis ca. 3 Meter hoch. Die Asian Wonder in größerer Höhe eignet sich perfekt als blickdichter Sichtschutz.
- Fargesia Nitida Volcano: Kompakter Wuchs, tiefgrünes Laub, ideal für Vordergrundpflanzungen. Das Nitida Volcano 6er-Set ist besonders praktisch für die flächige Bepflanzung.
- Winter Joy: Winterhart bis minus 25 Grad Celsius, kompakter Horst, leuchtend grünes Laub das ganze Jahr. Wer sofort eine gewisse Höhe haben möchte, greift zur größeren Winter Joy.
Bambus-Sorten im Vergleich: Wuchernde und nicht wuchernde Kombinationen auf einen Blick
Damit ihr schnell entscheiden könnt, welche Sorten sich für eure Gartenplanung eignen, habe ich die wichtigsten Kombinationspartner in einer Tabelle zusammengefasst. So seht ihr auf einen Blick, was zusammenpasst und wo ihr aufpassen müsst.
| Sorte | Typ | Höhe (ausgewachsen) | Rhizomwuchs | Kombinierbar mit | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|
| Phyllostachys bissetii | Wuchernd | 5 bis 7 m | Ja, moderat | Fargesia (mit Sperre) | Sehr winterhart |
| Phyllostachys aureosulcata | Wuchernd | 6 bis 9 m | Ja, stark | Große Gärten, Solitär | Goldgelbe Halme |
| Fargesia Asian Wonder | Nicht wuchernd | 2,5 bis 3,5 m | Nein | Phyllostachys, Stauden | Bogenförmiger Wuchs |
| Fargesia Nitida Black Pearl | Nicht wuchernd | 2 bis 3 m | Nein | Helle Halme, Kies | Dunkle Halmscheiden |
| Fargesia Nitida Volcano | Nicht wuchernd | 1,5 bis 2,5 m | Nein | Vordergrund, Topf | Sehr kompakt |
| Winter Joy | Nicht wuchernd | 2 bis 3 m | Nein | Phyllostachys, Gehölze | Extrem winterhart |

Praktische Planung: So geht ihr vor
Bevor ihr anfangt zu pflanzen, empfehle ich immer einen einfachen Bepflanzungsplan auf Papier. Markiert die Himmelsrichtung, den vorhandenen Schatten durch Gebäude oder Bäume und die Bodenbeschaffenheit. Bambus liebt einen humusreichen, leicht feuchten, aber gut drainierten Boden. Staunässe ist der Hauptfeind, ganz gleich ob Fargesia oder Phyllostachys.
Dann kommt die Frage: Wer steht wo? Meine Empfehlung aus der Praxis lautet immer: Stellt die hohe Phyllostachys im Norden oder Westen auf, damit sie als Windschutz und Hintergrund dient. Die kompakten Fargesia-Sorten kommen nach vorne, zur Terrasse oder zum Beobachtungspunkt hin. So entsteht eine natürliche Tiefenstaffelung, die aus jedem Winkel gut aussieht.
- Standort analysieren: Licht, Wind, Bodenart und verfügbare Fläche messen.
- Sortenauswahl treffen: Wuchernde Phyllostachys nur mit Rhizomsperre, im Zweifel auf nicht wuchernde Fargesia setzen.
- Pflanzplan erstellen: Hohe Sorten im Hintergrund, kompakte Sorten vorne, Abstände einhalten.
- Rhizomsperre einbauen: Mindestens 70 cm tief, Oberkante 5 cm über dem Boden.
- Pflegen und beobachten: Jährliche Kontrolle der Rhizomsperren, Auslichten der Halme alle zwei bis drei Jahre.
So ein Projekt ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Aber nach zwei bis drei Saisons habt ihr einen Bambusgarten, der Nachbarn und Freunde beim Grillen regelmäßig begeistert. Ich weiß das aus eigener Erfahrung, mein eigener Garten ist meine beste Visitenkarte.
Häufige Fehler bei der Kombination verschiedener Bambussorten
Der größte Fehler, den ich immer wieder sehe: Phyllostachys ohne Rhizomsperre direkt neben Fargesia pflanzen, in der Hoffnung, dass es schon gut gehen wird. Es geht nicht gut. Nach zwei Jahren hat die Phyllostachys den Wurzelraum der Fargesia besetzt, und man muss radikal eingreifen. Das kostet Zeit, Geld und Nerven.
Zweiter häufiger Fehler: Bambus zu nah an Gebäude, Mauern oder Teichanlagen pflanzen. Phyllostachys-Rhizome finden jeden Spalt. Ein Mindestabstand von 1,5 Metern zur nächsten Bebauung ist Pflicht, bei aggressiven Sorten noch mehr. Wer Bambus in Poolnähe oder neben einer Terrasse plant, sollte sich vorher gut informieren. Dritter Fehler: falsche Erwartungen an die Wachstumsgeschwindigkeit. Bambus braucht im ersten Jahr Zeit zum Einwurzeln. Wer ein Exemplar kauft und sofort einen dichten Sichtschutz erwartet, wird enttäuscht. Plant mindestens drei Jahre ein.
- Nie wuchernden Bambus ohne Rhizomsperre neben empfindliche Pflanzen setzen.
- Gebäude und Versorgungsleitungen in der Planung immer berücksichtigen.
- Realistische Wachstumserwartungen haben: Schönheit braucht Zeit.